Posted by on 20. August 2019

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Kidis.ch schenkt Kindermode ein zweites Leben, mit dem An- und Verkauf von Secondhand Kinderkleidern. Die Idee dazu kam Adriana Blasi als sie selbst die gebrauchten Kleider ihres Sohnes verkaufen dies aber nicht so recht klappen wollte

[evecommerce] Wann kam dir die Idee einen Secondhand-Kinderkleider-Onlineshop aufzubauen und wie hat dein Umfeld darauf reagiert?

[Adriana Blasi] Die Idee ging mir vor etwa 4 Jahren ein erstes Mal durch den Kopf, als ich die Kleider meines Sohnes verkaufen wollte. Ich fing an alles zu sortieren, zu fotografieren, anzuschreiben und auf alle möglichen Plattformen aufzuschalten – aber eigentlich hatte ich weder Lust noch Zeit dafür. Der Rücklauf war zudem enttäuschend. Wieso also nicht einen professionellen Onlineshop für Second Hand Kinderkleider mit unkompliziertem Sofort-Kauf aufbauen? Die ersten Rückmeldungen erhielt ich von meinen ehemaligen Arbeitskollegen Pascal und Sandra – sie waren begeistert! Viele Leute aus meinem sonstigen Umfeld fanden die Idee toll und waren vor allem neugierig und gespannt, ob sich ein Onlineshop für Second Hand Kinderkleider durchsetzen konnte.

[eve] Vor gut einem Jahr habt ihr noch alles selbst gemacht. Mit zunehmender Grösse verlangt der Onlineshop einiges an Arbeitskapazität. Wie meistert ihr diese Herausforderung?

[AB] Ende 2018 stiessen wir effektiv an unsere Grenzen mit der Kapazität. Pascal ist Inhaber der Agentur Pixels und arbeitete vor allem am Wochenende und jeweils am Abend für Kidis. Ich kümmerte mich um das ganze Fulfillment, sowie das Marketing, Einkauf und Partnerschaften. Nach und nach suchten wir Möglichkeiten, um gewisse Arbeitsbereiche outsourcen zu können.
Das ganze Fulfillment übernimmt heute die Stiftung Domino, die Menschen mit Behinderung, Wohn-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze bietet. Blogger schreiben für uns Texte und Freelancer kümmern sich um die Aufschaltung der Produkte. Weiterhin übernehmen die Mitarbeitenden von der Agentur Pixels alles rund um Webseite, Design und Bildbearbeitung.
Wir durften in diesem Jahr einen für uns grossen Sprung nach vorne machen und sind stolz das aktuell 8 Personen in verschiedenen Organisationen für kidis.ch tätig sind.

[eve] Kidis setzt sich für mehr Nachhaltigkeit bei Kinderkleidern ein. Wie wichtig ist es für euch als Arbeitgeber nachhaltige Arbeitsplätze anzubieten?

[AB] Für uns war von Anfang an klar, dass wir den Menschen in den Vordergrund unserer Marke stellen wollen. Deshalb arbeiten wir eng mit der Stiftung Domino in Hausen zusammen. Menschen mit Beeinträchtigung in komplexere Prozesse wie Kleiderprüfung, Aufbereitung der Ware, Shooting und Lagerverwaltung zu involvieren, basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Mit dieser Einstellung gelingt es, Menschen an geschützten Arbeitsplätzen gezielt in ihrer Entwicklung zu fördern und an Arbeiten heranzuführen, die weder sie selbst, noch ihr Umfeld für machbar hielten. Für uns ist diese Integration ebenso wichtig, wie die Ressourceneinsparung durch Second Hand Kleider.

[eve] 2018 habt ihr einen Grossteil des Umsatzes mit wiederkehrenden Kunden erwirtschaftet, im 2019 machen Neukunden einen relevanten Anteil aus: was macht ihr anders, wie gewinnt ihr diese neuen Kunden, welche Massnahmen sind besonders erfolgreich zur Neukundengewinnung?

[AB] Letztes Jahr haben wir viel herumexperimentiert und im 2019 schliesslich unsere Massnahmen optimiert und ausgebaut. Wenn wir heute Werbegelder einsetzen, dann mit sehr genauem Fokus auf unsere Zielgruppen und Performance. Ein gutes Mittel dazu ist bspw. Retargeting auf Facebook, Instagram und via Google-Display-Netzwerk. Neukunden gewinnen wir mittlerweile viel über Social Media. In diese Kanäle investieren wir sehr viel Zeit und pflegen auch intensiv den Kundenkontakt darüber. Dank der Partnerschaft mit Stadtlandkind.ch konnten wir unsere Position stärken und an Bekanntheit zulegen. Viel läuft aber nach wie vor über Mund-zu-Mund Werbung von Müttern, die Kidis.ch bereits nutzen.

[eve] Ihr seid Startup-Sieger beim Digital Commerce Award 2019: Was ist euch in diesem Moment durch den Kopf gegangen und für was verwendet ihr die CHF 5’000?

[AB] Wir waren beide sprachlos und benötigten 2 bis 3 Tage, um zu realisieren, dass wir gewonnen haben. Wir stecken enorm viel Leidenschaft und Arbeit in Kidis.ch. Die Auszeichnung war ein unglaublicher Dankbarkeitsmoment für unsere Arbeit und für das Thema Nachhaltigkeit. Die gewonnenen 5’000.- Franken setzen wir für die weitere Optimierung unseres Angebots, sowie für ein neues Erscheinungsbild unseres Shops und unserer Marke ein, welches Ende 2019 kommen wird.

[eve] Mehr Diversität im Digital Commerce: Warum setzt du dich dafür ein?

[AB] Diversität im Digital Commerce steht für mich für Offenheit und Innovation, für kontinuierliches Lernen und kreatives Handeln – dafür setze ich mich ein.

Adriana Blasi stammt ursprünglich aus der Werbebranche. Design, Marketing und Kommunikation haben sie immer fasziniert. Ihre Online-Karriere startete im 2007 bei Swisscom – zwei Jahre später konnte Adriana Blasi den Onlineshop von Swisscom vermarkten und dabei mehr über User Experience, Kundeninteraktion, E-Commerce, Tracking und Optimization lernen. Ihre Reise ging weiter in das Thema Edu- and Infotaiment und Selbstorganisation, sprich Holacracy. 
Die Idee von Kidis.ch liess sich aber immer mehr spüren und so entschied sie 2017 die Firma zu verlassen und sich in das neue Projekt zu stürzen und kidis.ch aufzubauen.

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