Posted by on 23. Oktober 2018

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Evecommerce Board-Member Aike Festini und Maite Mihm heben sich nur schon deswegen vom durchschnittlichen Startup ab, weil sie zwei Frauen sind. Ein Female Founders Team: Eine Seltenheit in der Schweizer Startup-Szene.

Zusätzlich mischen sie gerade eine Branche auf, die man stereotyp-denkend nicht bei zwei Frauen ansiedeln würde: Die Logistik. Genauer: Die Last-Mile-Logistic. Also der Heimlieferung, vor allem dann, wenn sie schnell und/oder flexibel sein muss.

Wir durften Aike Festini ein paar Fragen zu ihrem Logistik-Unternehmen LuckaBox und ihren Erfahrungen als Gründerin sowie zum Thema Diversität stellen.

[evecommerce] Du hast 2017 zusammen mit Maite Mihm das Logistik-Startup LuckaBox gegründet. Erzähl mal, was ihr macht?

[Aike Festini] Wir von LuckaBox sind der Überzeugung, dass sich die Lieferung dem Leben anpassen muss und nicht umgekehrt. Wie zentral wichtig das ist, zeigt eine Studie aus Grossbritannien. Aus ihr ging hervor, dass 5 % der Onlineshopper sich schon krank gemeldet haben, um die Heimlieferung nicht zu verpassen.

Mit unseren Angeboten Flex, Return oder Now können die Kunden auf eine schnelle Zustellung und Abholung zählen, zu ihrem präferierten Zeitpunkt und Lieferort. Konkret funktioniert das so: Geht bei einem an unserem System angebundenen Onlinehändler ein Auftrag für eine unserer Dienstleistungen ein, wird nach unserem demokratischen Algorithmus einer unserer Logistik-Partner ausgewählt, der diesen Auftrag am besten ausführen kann. Da die Aufträge nach dem Push- und nicht nach dem Pull-Prinzip vergeben werden, garantieren wir eine faire Lösung ohne Lohndumping.

 

Die On-Demand-Supply-Chain von LuckaBox. Dank ihrer Technologie und dem demokratischen Algorithmus wird für jeden Auftrag der passende Kurier ausgewählt.

[eve] Welche waren eure bisher grössten Erfolge?

[AF] Bereits ein Jahr nach unserer Gründung können wir auf der Partner-Seite wie auch auf der Kunden-Seite ein schönes Portfolio nachweisen: Wir arbeiten bereits mit über 35 spezialisierten Logistik-Dienstleistern zusammen und Händler, wie Jelmoli, Franz Carl Weber oder Steg sind sehr zufrieden mit unseren Services.

Auch sind wir in allen drei Stufen des Venture Kick Jungunternehmer Förderprogramm als Sieger hervor gegangen und konnten uns dadurch CHF 130’000 Startkapital sichern.

Im Mai haben wir den European Supply Chain Start-up Award gewonnen. Das war in zweierlei Hinsicht ein grosser Erfolg: Einerseits erhielten wir so auf internationaler Ebene Anerkennung und hatten uns gegen internationale Mitbewerber durchgesetzt. Andererseits setzte sich die Jury aus Logistik-Experten zusammen, was die Bedeutung dieser Auszeichnung natürlich noch verstärkt.

 

[eve] Was sind eure nächsten Etappenziele?

[AF] Wir wollen natürlich schweizweit weiter wachsen. Zudem streben wir eine Expansion ins nahe Ausland an: In Österreich und Deutschland stehen wir schon in den Startlöchern, weitere Länder haben wir anvisiert. Es lohnt sich, LuckaBox im Auge zu behalten 😉

 

[eve] Logistik bzw. Zustellung auf der letzten Meile  in der Schweiz vs. im Ausland, wo stehen wir eurer Meinung nach, auch im Vergleich zu China?

[AF] Was generell gesagt werden kann, ist, dass die letzte Meile dem Handel weltweit grosse Schmerzen bereitet. Grosse Logistiker sind nicht gemacht für flexible und On-Demand-Lieferungen.

In der Schweiz gibt es bereits Konkurrenz in diesem Feld, weshalb es wichtig ist, dass wir am Ball bleiben und unsere Präsenz am Markt klar markieren. Einerseits mit hochqualitativer Leistung und andererseits mit der Grösse von unserem Netzwerk – auf Kunden-, und Lieferantenseite.

China ist wie in so vielen Bereichen um ein Vielfaches weiter. Alibaba beispielsweise liefert in die hintersten Winkel von China, und das am selben Tag und bei komplett anderen Dimensionen, wenn man an die Grösse dieses Landes denkt. Voraussichtlich werden dort auch die ersten Drohnen für Paketlieferungen eingesetzt. Wir sind gespannt und lernen mit!

 

[eve] Diversität im E-Commerce und in der Startup-Szene – wie und warum setzt du dich dafür ein?

[AF] Ich setze mich für Diversität in der Startup-Szene aus dem einfachen Grund ein, weil es sie braucht. Bestimmt gibt es heute mehr Gründerinnen als früher, aber wir sind noch immer massiv in der Unterzahl. Wir möchten uns nicht darüber profilieren Gründerinnen zu sein, weil es für uns ganz selbstverständlich ist, dass wir in dieser Branche als erfolgreiches Jungunternehmen etwas Wind machen und wir nun mal Frauen sind.

Aber wir verstecken uns nicht und geniessen das Momentum. Und selbstverständlich möchte ich mehr Frauen dazu motivieren, zu gründen – wer es nicht ausprobiert, findet nicht heraus, wie das läuft und was es für ein grossartiges Gefühl ist, wenn der Ball einmal rollt. Je diverser ein Team, umso mehr Wissen, Innovation und Chancen kommen zusammen.

 

Als Co-Founder und CEO von LuckaBox, bringt Aike Festini auf ihrer cloud-basierten Plattform Kuriere und Händler zusammen, um flexible und schnelle Lieferoptionen anbieten zu können. Aike Festini war zuvor bei UPC Cablecom als Head Service Delivery tätig und hat dort das Operations Support System (OSS) Delivery Department an zwei Standorten geleitet.

 

 

Herzlichen Dank, Aike Festini, für deine Antworten und deine Zeit.

(Quelle Beitragsbild: LuckaBox)

Posted in: Diversa

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